Archiv für die Kategorie 'Schlagseite'

Es gibt an der OSO nichts zu feiern

Dienstag, 9. März 2010, um 23:48 Uhr

Die deutsche Pädagogiklandschaft ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Früher, als die Welt noch in Ordnung war, durfte man die jungen Anvertrauten vor, während und nach der Pubertät noch angrabbeln (oder mehr). Man hat ihnen dann gesagt: Behalt das für dich, dir glaubt ja sowieso keiner, du machst dich nur lächerlich, außerdem magst du es doch, nicht wahr? Und schon waren sie ausreichend auf Linie gebracht und behielten für sich, was geheim bleiben sollte. Fast hätte ich gesagt: was unter der Kutte verborgen bleiben sollte, aber jetzt sind ja - nach verschiedenen Berichten aus katholischen Bildungsinstituten - auch an der renommierten, nichtkirchlichen Odenwaldschule, wo die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern in Familien leben, skandalöse Dinge ans Tageslicht gekommen. Aber die meisten Missbräuche, das ist ganz richtig, passieren bekanntlich in den Familien; da macht die Odenwaldschule offensichtlich keine Ausnahme. Ach ja, die guten alten Zeiten. Damals, als Autoritäten noch was galten. Als die jungen Dinger noch kuschten. Als man noch auf die Eltern vertrauen durfte, die die Hirngespinste ihrer lieben Kleinen schon richtig einzuschätzen wissen würden, nicht wahr? Heute dagegen spucken einem die Schüler vor Verachtung vor die Füße, die guten alten Werte sind vor die Hunde gegangen.   weiterlesen »

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von Bronski

Die Bäuche der Wähler

Samstag, 6. März 2010, um 16:37 Uhr

Ich fühlte mich kürzlich angesichts eines FR-Artikels an eine Szene aus meiner Jugend erinnert. Es war um 1978 herum, als meine Großeltern mal wieder zu Besuch gekommen waren. Mein Großvater, Rentner und Pächter eines Kleingartens im schleswig-holsteinischen Eckernförde, beäugte den relativen Wohlstand, zu dem meine Eltern es gebracht hatte, mit einigem Misstrauen. Das Eigenheim war seit etwa fünf Jahren bezogen und bot meinem Vater viel Raum für verschiedenste Hobbies und Ausbaupläne. Jüngst hatten die Mittel sogar für ein neues Auto gereicht, einen ziemlich dicken Ford Granada, den man heutzutage wohl unter die Straßenkreuzer rechnen müsste, jedenfalls was deutsche Verhältnisse betrifft. Mein Großvater, der in der Weimarer Zeit Mitglied der KPD gewesen war (Arbeiter in der optischen Industrie), sah dieses Auto, und es war ihm anzusehen, dass ihm etwas auf der Zunge lag. Nun war der Besuch aber nicht gerade harmonisch verlaufen, und er wollte wohl nicht wieder Öl ins Feuer gießen. Sein Kommentar zu diesem Auto fiel daher gemäßigt aus: “So gut wie heute wird es uns nicht wieder gehen. Von jetzt an geht’s bergab.”  weiterlesen »

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von Bronski

So ein Neusprech geht gar nicht!

Montag, 1. März 2010, um 16:29 Uhr

Der Suchmaschinenriese Google hat innerhalb kürzester Zeit eine marktbeherrschende Position erreicht. Chapeau: Zur richtigen Zeit die richtige Idee gehabt - ein glanzvoller Aufstieg. Doch wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. Die Vorwürfe sind nicht neu: Google scheint Daten über die Internetnutzer zu sammeln und ist bereits in der Lage, Werbung gezielt zu platzieren. Insbesondere bei Datenschützern ist Google daher umstritten. So kann Google über seinen Browser Google Chrome das Surfverhalten der User nachvollziehen. Auch mit Google Mail sammelt der Konzern Daten über seine Nutzer. Geradezu rücksichtslos ging der Konzern bei der Digitalisierung von Büchern vor, die über Google Books angeboten werden, obwohl es Ärger mit den Urheberrechten gibt. Und seit einiger Zeit macht Google mit Street View von sich reden. weiterlesen »

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Lehrreiches Wechselbad

Samstag, 27. Februar 2010, um 13:01 Uhr

Margot Käßmann, bis dato Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, ist zurückgetreten. Mit gut 1,5 Promille im Blut missachtete sie eine rote Ampel, wurde von der Polizei angehalten. Führerschein weg, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Zum Glück kam niemand zu Schaden bei dieser Alkoholtour. Käßmanns Entscheidung fiel schnell und so klar, wie es von dieser Frau nicht anders zu erwarten war: Sie habe “einen schweren Fehler gemacht” und Schuld auf sich geladen. Jetzt folge sie dem, was ihr ein Ratgeber gesagt habe: Bleibe bei dem, was dein Herz dir rät. “Und mein Herz sagt mir ganz klar: Ich kann nicht mit der notwendigen Autorität im Amt bleiben.” Ein Rücktritt um des Amtes willen, aber auch aus “Respekt und Achtung vor mir selbst” und um der “Gradlinigkeit” willen, “die mir viel bedeutet”. Eine Geradlinigkeit, der die FR-Leser Respekt zollen und die sich bei so mancher anderen Person des öffentlichen Lebens vermissen. So meint Joachim Fischer aus Bremen:  weiterlesen »

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So geht man mit Terroristen um!

Mittwoch, 24. Februar 2010, um 15:30 Uhr

Da marschieren also elf Männer, laut der Polizei von Dubai Mitarbeiter des israelischen Geheimdiensts Mossad, unter den Linsen von Überwachungskameras munter in ein Hotel in Dubai und ermorden einen Hamas-Führer. Das Mordopfer, Mahmud al-Mabhuh, wurde mit Elektroschocks betäubt und dann mit einem Kissen erstickt. Der Mann, der in dem Hotel die Lieferung von geschmuggelten Waffen absichern sollte, wird für die Entführung zweier israelischer Soldaten zu Beginn der ersten Intifada von 1987 bis 1993 verantwortlich gemacht, die ermordet wurden. Mabhuh ist also ein Terrorist. Und der Mossad, wenn er denn wirklich dahinsteckt, ist diametral zu seinem Ruf ein Dilletantenverein. weiterlesen »

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Es muss endlich etwas passieren!

Freitag, 19. Februar 2010, um 15:02 Uhr

Unsere westlichen Werte werden von allen Seiten bedrängt. Einmal von den südlichen Werten, die ins Land strömen, um hier die Scharia einzuführen. Im Osten wird derweil fleißig daran gearbeitet, Europa vom wertvollen  russischen Erdgas abhängig zu machen. Nur im Norden scheint Eiszeit zu herrschen, von dort hört man zurzeit nix. Dafür machen aber die inneren Werte umso mehr von sich reden, denn an ihnen wird kräftig gesägt. Von den Jesuiten, die schutzbefohlene Lämmer am Berliner Canisius-Kolleg anscheinend reihenweise sexuell missbraucht haben. Von Kirchenmännern also; die christlichen Werte scheinen nichts mehr wert zu sein. Der Augsburger Bischof Walter Mixa machte für diese Übergriffe kürzlich die “sexuelle Revolution”, genauer: die zunehmende Sexualisierung des öffentlichen Lebens für für den Missbrauch an katholischen Einrichtungen mitverantwortlich: “Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig” , sagte er der Augsburger Allgemeinen. weiterlesen »

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Wenn die Solidarität vor die Hunde geht

Montag, 15. Februar 2010, um 23:38 Uhr

Guido Westerwelle wäre gern ein ganz Großer. So einer, dessen Name noch Jahrzehnte später klangvoll ist, etwa wie der seines Mentors Hans-Dietrich Genscher. Leider wird da vorerst nichts draus. Zurzeit gibt er eher den Möllemann. Der war, was die Historie betrifft, bekanntlich nicht allzu sattelfest, und wie jener nimmt es der Vizekanzler ebenfalls nicht so wichtig mit der historischen Realität. “Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein”, keift er als Reaktion auf das Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Wer war denn in Rom damals dekadent?, möchte man da fragen. Doch das hieße, sich auf Westerwelles Niveau zu begeben und sich von dieser künstlich angezettelten Debatte einfangen zu lassen. Wollen wir mal nicht vergessen, dass es gerade die FDP war, die das Schonvermögen für Hartz-IV-Empfänger heraufsetzte. Dieselbe Partei, deren Chef jetzt den Krawall-Guido gibt und - wie Karl Doemens es im FR-Leitartikel formuliert - “mit diesem Rollenspiel alle seine Kritiker bestätigt, die ihn immer schon eine Spur zu schrill, zu beliebig und letztlich wenig glaubhaft fanden.”  weiterlesen »

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Die CDU als grüne Partei?

Freitag, 12. Februar 2010, um 15:42 Uhr

Was treibt Bundesumweltminister Norbert Röttgen um? In Interviews gab er zu Protokoll, man sollte die von Schwarz-Gelb geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke begrenzen. Die wütenden Reaktionen insbesondere aus der FDP, aber auch aus Teilen der CDU scheinen ihn nicht anzufechten; er legte sogar noch einmal nach: Nicht 40 Jahre Laufzeit sei die entscheidende Zahl, sagt er, sondern 40 Prozent Anteil der Erneuerbaren am Strommix. Sei das erreicht, könne man die Atomkraft aufgeben. Das wolle er, auf Basis konservativer Schätzungen, im Herbst “auch in Zahlen” ins Energiekonzept der Bundesregierung schreiben. Er legt den schwarz-gelben Koalitionsvertrag ganz offensichtlich anders aus als die FDP, deren Chef auch prompt der Kragen platzte. Kanzlerin Merkel dagegen scheint nichts gegen Röttgens Vorpreschen zu haben. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm betonte, Röttgen argumentiere auf Grundlage des Koalitionsvertrages. Daraus wurde in den Agenturmeldungen: “Merkel stärkt Röttgen den Rücken.” Ein Eindruck, dem sie auch später nichts entgegensetzte.  weiterlesen »

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Positives Auswahlkriterium

Montag, 8. Februar 2010, um 19:13 Uhr

Er sehe keinen Grund, wieso muslimische Eltern ihre Kinder auf eine christliche Schule schicken sollten, sagt Eckhard Nordhofen, Dezernent für Bildung und Kultur im Bistum Limburg. Warum ich das schreibe? Wir haben derzeit eine intensive Debatte über ein mögliches Verbot der Burka, wie es in Frankreich wohl beschlossen wird. Und damit haben wir eine Debatte, die an Symptomen rumkratzt. Die Burka ist gewiss auch ein Symbol, wobei es ebenso gewiss auf die Perspektive ankommt, mit der man sie betrachtet. Sie ängstigt, sie stößt ab - ja, wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Blog-User I. Werner hat im Burka-Thread hierzu eine interessante Beobachtung gemacht. Doch gemessen an der Zahl der Burka-Trägerinnen ist die Debatte in meinen Augen überzogen. Viel wichtiger finde ich den Ansatz von Arno Widmann in seinem FR-Text “Vergesst die Burka!“, in dem er schreibt: “Dass wir die Burka zum Problem machen, ist das Problem. (…) Das Problem sind nicht die Ausländer. Das Problem sind wir. Wenn man schon pauschal redet, dann muss man sagen: Integrationsunwillig sind wir. Nicht die Ausländer.” Und damit sind wir auch schon wieder bei den muslimischen Kindern, die keine Chance auf christlichen Schulen haben.  weiterlesen »

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Alles hat seine Grenzen

Dienstag, 2. Februar 2010, um 01:58 Uhr

Angela Merkel will sie haben, die Daten deutscher Steuerhinterzieher, die ihr Geld auf Schweizer Konten in Sicherheit gebracht haben und die dem deutschen Staat zum Kauf angeboten wurden. Kaufpreis: 2,5 Millionen. Die Investition würde sich gewiss rentieren. Aber darf der Staat diese Daten, die immerhin Diebesgut sind, einfach so kaufen? Würde er sich damit nicht als Hehler betätigen? Einmal haben die deutschen Behörden das bereits getan, mit den Daten von Liechtensteiner Konten, mit deren Hilfe unter anderem der ehemalige Chef der Deutschen Post, Zumwinkel, der Steuerhinterziehung überführt wurde. Damals trat der BND als Käufer auf. Geheimdienste dürfen sowas machen, sie leben ja geradezu davon, sich Informationen aus allen möglichen Quellen zu beschaffen, ohne dabei nach den Regeln und Gesetzen vorgehen zu müssen, die sonst gelten. Nur eine formale Frage? Die Schweizer Regierung warnt jedenfalls, und  Unionsfraktionschef Volker Kauder mahnt: “Diebstahl bleibt Diebstahl. Mit Dieben sollte sich der Staat nicht gemein machen.” weiterlesen »

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von Bronski